Lectures
Sommersemester 2013:
Vorlesung: Geschichte schreiben im Zeitalter der Extreme. Vergleichende Geschichte der europäischen Geschichtsschreibung im 20. Jahrhundert Zeit: Fr, 10-12 Die vergleichend angelegte Vorlesung bietet einen Überblick über die Entwicklung der europäischen Geschichtsschreibung im 20. Jahrhundert. Thematisiert werden wichtige Kontroversen (etwa die Ursprünge des Ersten Weltkriegs), methodische Entwicklungen (Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte) und das Verhältnis der Historiker zur Politik. So lautet eine der Kernfragen: Wie hingen politische Erfahrungen (Krisen, Krieg, Diktatur) mit der Wahl der Themen, Methoden und Erzählweisen der Historiker zusammen? Ausführliche besprochen werden die Historiker in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien, doch wird auch die marxistisch-leninistische geprägte Geschichtsschreibung des Ostblocks in vergleichender Perspektive beleuchtet. Literatur: Seminar im Aufbaumodul: Die Geschichte des Ersten Weltkriegs. Eine internationale Historikerkontroverse im 20. Jahrhundert Der Erste Weltkrieg (1914-1918) stellt eine „Urkatastrophe“ des Zwanzigsten Jahrhunderts dar. Über seine Ursachen und Folgen ist in der internationalen Forschung seit seinem Ende heftig gestritten worden. In der westdeutschen Historiographie der 1960er Jahre spielte etwa die Debatte um die Thesen des Historikers Fritz Fischer zur Kriegsschuld des Deutschen Kaiserreichs eine große Rolle. In den 1970er und 1980er Jahren rückten eher Fragen nach den Erfahrungen der Frontsoldaten oder sozial- und kulturgeschichtliche Problem des Kriegsalltags in den Vordergrund. Am Beispiel des Ersten Weltkriegs bietet das Seminar eine Einführung in die Probleme und Fragestellung der Geschichte der Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Literatur: Wolfgang Michalka (Hrsg.), Der Erste Weltkrieg. Wirkung Wahrnehmung Analyse, München 1994; Klaus Große Kracht, Die zankende Zunft. Historische Kontroversen in Deutschland nach 1945, Göttingen 2005; Wolfgang. J. Mommsen, Der Große Krieg und die Historiker. Neue Wege der Geschichtsschreibung über den Ersten Weltkrieg, Essen 2002. Hauptseminar: Imperiale Herrschaft und Widerstand (19. und 20. Jahrhundert) Imperiale Herrschaft spielte in der europäischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts eine zentrale Rolle. Dies gilt zunächst für die Kolonialherrschaft europäischer Mächte in Übersee, aber auch für die Strukturen imperialer Macht innerhalb Europa (beispielsweise die europäische Hegemonie des französischen Kaiserreichs unter Napoleon I. oder die nationalsozialistische Besatzungsherrschaft während des Zweiten Weltkriegs). Das Seminar befasst sich in vergleichender Perspektive mit dem Aufbau und Bestrebungen der politischen Legitimierung solcher imperialer Formen der Herrschaft, nimmt aber auch Widerstandsbewegungen in den Blick, etwa koloniale Aufstände in Afrika oder die antinapoleonische Guerillabewegung in Spanien. Literatur: Jürgen Osterhammel, Kolonialismus, München 2006; William R. Polk, Aufstand. Widerstand gegen Fremdherrschaft”. Vom Amerikanischen Bürgerkrieg bis zum Irak, Hamburg 2009; Jörn Leonhard / Ulrike von Hirschhausen (Hrsg.), Comparing Empires: encounters and transfers in the long nineteenth century, Göttingen 2011; Shelley Baranowski, Nazi empire: German colonialism and imperialism from Bismarck to Hitler, Cambridge 2011. Oberseminar zur Westeuropäischen Geschichte: Zeit: Do 14-16 Uhr Das Kolloquium bietet Magister-, Master-, Staatsexamens- und Bachelor-Kandidaten die Gelegenheit, ihre Abschlussarbeiten im Kreise der Teilnehmer zu präsentieren und zu diskutieren. Für Studierende des B.A.-Studiengangs ist die Veranstaltung als Teil des Vertiefungsmoduls anrechenbar. Überdies diskutieren wir über wichtige Neuerscheinungen und Methodenfragen im Bereich der westeuropäischen Geschichte insbesondere des 19. und 20. Jahrhunderts. Interessierte Studierende in fortgeschrittenen Semestern sind ebenfalls herzlich willkommen. Zeit: Mi 18-20 Uhr Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Lutz Niethammer, PD Dr. Jörg Ganzenmüller, Prof. Dr. Joachim von Puttkamer und Prof. Dr. Thomas Kroll gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität. Vorlesung: Westeuropa im Fin de siècle (1880-1914): Krise und Aufbruch in die Moderne Zeit: Fr, 10-12 In der Epoche um die Jahrhundertwende befand sich Westeuropa in einem Prozess des beschleunigten Wandels, der von vielen Zeitgenossen als Krise und zugleich als Aufbruch in die Moderne begriffen wurde. Das Aufkommen der Massengesellschaft und -politik, die Durchsetzung des Industriekapitalismus, die Entstehung von Metropolen sowie neuen städtischen Lebensformen und nicht zuletzt die mit den Traditionen brechenden Strömungen der Hochkultur (Wissenschaft, Kunst, Literatur, Musik des Fin de siècle) veränderten die europäischen Gesellschaften und das Alltagsleben der Menschen erheblich. Darüber hinaus wurde die Epoche durch die zunehmende „Globalisierung“ Westeuropas und einen aggressiven Imperialismus gekennzeichnet. Nach der Jahrhundertwende nahm der Nationalismus einen deutlichen Aufschwung und die Spannungen in der internationalen Politik verschärften sich, um schließlich in den Ersten Weltkrieg zu münden. Die Vorlesung bietet einen vergleichend und transnational angelegten Überblick zur politischen Sozial- und Kulturgeschichte der „klassischen Moderne“, welche die westeuropäische Geschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich bestimmte. Literatur: Vorlesung: Westeuropa im Fin de siècle (1880-1914): Krise und Aufbruch in die Moderne (Siehe oben) Zeit: Mo, 16-18 Uhr Hauptseminar: „Paradigmenwechsel“. Die Geschichtswissenschaft in der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich nach 1945 (Transnationaler Vergleich und Transfer) Die Geschichtswissenschaft der Bundesrepublik hat sich seit den 1950er Jahren grundlegend verändert. Herrschte nach dem Zweiten Weltkrieg vorerst noch eine Spielart des traditionellen Historismus vor, welche die Historiker seit dem 19. Jahrhundert tief geprägt hatte, kam es seit den 1960er Jahren zu einer weitreichenden methodischen und nicht zuletzt auch politischen Öffnung, die sich mit dem wissenschaftshistorischen Begriff des „Paradigmenwechsels“ bezeichnen lässt. Zunächst entstand eine neue Sozialgeschichte, die sich insbesondere für Strukturen und soziale Klassen interessierte. Zu dieser Richtung gehörten beispielsweise die „Bielefelder Schule“ (Wehler, Kocka) oder später auch die Frankfurter Bürgertumsforschung. Seit Mitte der 1980er Jahre verlor die „klassische“ Sozialhistorie zunehmend an Attraktivität und es setzten sich die Perspektiven und Fragestellungen der Kulturgeschichte durch. Wie und warum kam es zu solchen Neuorientierungen der Historie? Welche Rolle spielten theoretische Ansätze aus der Soziologie und Anthropologie (Weber, Foucault, Geertz) oder auch Lehrer und Vermittler (wie Theodor Schieder)? Welche Bedeutung kam den politischen Wandlungsprozessen der 1970er und 1980er Jahre zu? Um diese Frage zu beantworten, wird sich das Seminar mit den Schlüsseltexten der bundesdeutschen Historiographie interpretieren und vergleichend die französische Geschichtsschreibung betrachten (vor allem der Annales-Schule). Am deutsch-französischen Beispiel soll zudem die Bedeutung von Prozessen der transnationalen Rezeption und der gegenseitigen Beeinflussung von westeuropäischen Historiographien untersucht werden. Französische Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Anmeldung erfolgt in Friedolin. Literatur: Übung: Herrschaft in Venedig im 18. und 19. Jahrhundert n der Übung werden am Beispiel der unabhängigen Venezianischen Adelsrepublik, die über Jahrhunderte eine europäische Handelsmacht darstellte und sich bis zu ihrem Ende (1797) durch ein einzigartiges republikanisches Verfassungssystem auszeichnete, Schlüsselfragen einer modernen Sozial- und Kulturgeschichte der Herrschaft behandelt. In den Blick genommen werden soll aber nicht nur die ganz Europa bewunderte Republik, sondern auch die Hegemonie des Habsburgerreiches in Venedig und Venetien (bis 1866). Wie wurde Herrschaft in Venedig organisiert und legitimiert? Welche Rolle spielten politische Rituale und Kommunikation? In welcher Weise prägten transnationale Handelsbeziehungen die spezifischen Formen der Herrschaftsausübung? Wie gelang es den Österreichern, ihre imperiale Herrschaft in Venedig über Jahrzehnte zu stabilisieren? Um diesen Fragen nachzugehen, werden zentrale Texte der aktuellen Venedig-Forschung, Quellen und Werke der Historiographie 18. und 19. Jahrhunderts in deutscher und englischer Sprache diskutiert. Italienische Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich. Um Anmeldung in Friedolin wird gebeten. Literatur: Übung: Texte zur italienischen Zeitgeschichte der 1980er Jahre (Italienisch für Historiker) In der Übung werden Neuerscheinungen zur Zeitgeschichte Italiens in italienischer Sprache gelesen. Der Lektürekurs dient insofern zugleich der Auffrischung und Vertiefung von Lesekenntnissen der italienischen Sprache. Grundkenntnisse der italienischen Sprache und die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit sind Voraussetzung für die Teilnahme. Um Anmeldung in Friedolin wird gebeten. Literatur: Oberseminar zur Westeuropäischen Geschichte: Zeit: Do 14-16 Uhr Das Kolloquium bietet Magister-, Master-, Staatsexamens- und Bachelor-Kandidaten die Gelegenheit, ihre Abschlussarbeiten im Kreise der Teilnehmer zu präsentieren und zu diskutieren. Für Studierende des B.A.-Studiengangs ist die Veranstaltung als Teil des Vertiefungsmoduls anrechenbar. Überdies diskutieren wir über wichtige Neuerscheinungen und Methodenfragen im Bereich der westeuropäischen Geschichte insbesondere des 19. und 20. Jahrhunderts. Interessierte Studierende in fortgeschrittenen Semestern sind ebenfalls herzlich willkommen. Zeit: Mi 18-20 Uhr Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Thomas Kroll, Prof. Dr. Lutz Niethammer und Prof. Dr. Joachim von Puttkamer gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität. Im Sommersemester 2012 nehme ich ein Forschungssemester wahr und werde deshalb keine Lehrveranstaltungen anbieten. Folglich können auch keine Vorbereitungsmodule für die mündliche Prüfung im Rahmen des Staatsexamens (Lehrämter) stattfinden. Davon abgesehen stehe ich - nach Absprache - auch im Sommersemster 2012 gern für mündliche Prüfungen bereit. Zudem finden regelmäßig Sprechstunden statt (bitte Terminankündigungen beachten).
Ort: UHG, Hörsaal 235
Beginn: 12.4.2013
Zeit: Do, 8-10
Ort: Seminarraum, HI, Fürstengraben 13
Beginn: 11.4.2013
Zeit: Do, 10:00-12:00 Uhr
Ort: UHG, SR 141
Beginn: 11.4.2013
Ort: Raum 42, Bachstraße 18
Beginn: 11.4.2013
Zeitgeschichtliches Kolloquium
Ort: Siehe Aushang
Beginn: Siehe Aushang
Wintersemester 2012/13:
Ort: UHG, Hörsaal 144
Beginn: 19.10.2012
Aufbaumodul Westeuropäische Geschichte :
Zugehöriges Seminar:
Veranstalter Hendrik Ehrhardt M.A.
Thema Sozialgeschichte Englands um 1900
(zugleich Fachmodul Neuere Geschichte I oder II)
Ort: Historisches Seminar, Seminarraum
Beginn: 15.10.2012
Zeit: Do, 10-12
Ort:
Beginn: 18.10.2012
Zeit: Fr, 14:00-16:00 Uhr
Ort:
Beginn: 19.10.2012
Zeit: Fr, 12:00-14:00 Uhr (Vierzehntägig)
Ort:
Beginn: 26.10.2012
Ort:
Beginn: 18.10.2012
Zeitgeschichtliches Kolloquium
Ort:
Beginn:
Sommersemester 2012:
- David Cannadine, Die Erfindung der britischen Monarchie: 1820-1994, Berlin 1994
- ohannes Paulmann, Pomp und Politik. Monarchenbegegnungen in Europa zwischen Ancien Régime und Erstem Weltkrieg, Paderborn 2000
- W.M. Spellman, Monarchies 1000-2000, London 2001
- A.W. Purdue, Long to Reign? The Survival of Monarchies in the Modern World, Stroud 2005
- J. Mallory Wober, Media and Monarchy, Huntington 2002
Wintersemester 2011/12:
Hauptseminar: Die europäischen Monarchien im Zeitalter des Nationalismus (1789-1914)
Zeit: Do, 10-12
Ort: Historisches Seminar, Seminarraum
Beginn: 20. Oktober 2011
Die Monarchien in West- und Mitteleuropa haben in der Epoche von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg einen tief greifenden Prozess des Wandels durchlaufen. Die Kaiser, Könige und Fürsten mussten sich dem modernen Nationalismus, liberalen Verfassungsbewegungen und dem Aufkommen der Massendemokratie stellen. Obwohl der Monarchie im Laufe des 19. Jahrhunderts selbst in den autoritären Verfassungssystemen Europas zahlreiche politischen Herrschaftsrechte verloren gingen, konnte sie als Staatsform weiterhin auf den Rückhalt großer Teile der Bevölkerung zählen. Die Monarchien reagierten geschickt auf den sukzessiven Machtverlust sowie auf die Bedingungen der aufkommenden Massendemokratie, indem sie sich „nationalisierten“ und neuartige Strategien medialer Repräsentation entwickelten. Das Seminar geht dem skizzierten politischen Wandlungsprozess in vergleichender Perspektive nach und legt den methodischen Akzent auf die politische Kultur- und Sozialgeschichte. Im Fokus stehen die Monarchien in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Österreich-Ungarn. (Anmeldung in Friedolin)
Literatur:
Oberseminar zur Westeuropäischen Geschichte:
Zeit: Do 14-16 Uhr
Ort: Historisches Seminar
Beginn: Seminarraum
Das Kolloquium bietet Magister-, Master-, Staatsexamens- und Bachelor-Kandidaten die Gelegenheit, ihre Abschlussarbeiten im Kreise der Teilnehmer zu präsentieren und zu diskutieren. Für Studierende des B.A.-Studiengangs ist die Veranstaltung als Teil des Vertiefungsmoduls anrechenbar. Überdies diskutieren wir über wichtige Neuerscheinungen und Methodenfragen im Bereich der westeuropäischen Geschichte insbesondere des 19. und 20. Jahrhunderts. Interessierte Studierende in fortgeschrittenen Semestern sind ebenfalls herzlich willkommen.
Zeitgeschichtliches Kolloquium
Zeit: Mi 18-20 Uhr
Ort: Fürstengraben 27 (Rosensäle)
Beginn:
Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Thomas Kroll, Prof. Dr. Lutz Niethammer und Prof. Dr. Joachim von Puttkamer gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität.
- Peter Wende, Großbritannien 1500-2005, München 2001.
- Stephen J. Lee, Aspects of British Political History 1815-1914, London 1994.
- Kenneth O. Morgan, The People’s Peace. British History 1945-1989, Oxford 1990.
- David Childs, Britain Since 1945. A Political History, 3. Auflage, London 1993.
- Franz-Josef Brüggemeier, Geschichte Großbritanniens im 20. Jahrhundert, München 2010.
- Thomas Mergel, Großbritannien seit 1945, Göttingen 2005.
- Anselm Doering-Manteuffel/ Lutz Raphael, Nach dem Boom. Perspektiven auf die Zeitgeschichte seit 1970, Göttingen 2008.
- Ivan T. Berend, Europe since 1980, Cambridge 2010.
- Anthony Seldon/ Daniel Collings, Britain under Thatcher, Harlow 2000.
- David Childs, Britain Since 1945. A Political History, 3. Auflage, London 1993.
- Franz-Josef Brüggemeier, Geschichte Großbritanniens im 20. Jahrhundert, München 2010.
- Paul Addison/ Harriet Jones, A Companion to Contemporary Briatain 1939-2000, 2. Auflage, London 2007.
- Arthur Marwick, British Society since 1945, 2. Auflage, London 1990.
- Hans Kramer, Österreich und das Risorgimento, Wien 1963 (veraltet, aber als empirische Einführung immer noch geeignet).
- Brigitte Mazohl-Wallnig/ Marco Meriggi (Hg.), Österreichisches Italien – Italienisches Österreich? Interkulturelle Gemeinsamkeiten und nationale Differenzen vom 18. Jahrhundert bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, Wien 1999.
- William A, Jenks, Francis Joseph and the Italians 1849-1859, Charlottesville 1978.
- Marco Bellabarva/ Jan Paul Niederkorn (Hg.), Höfe als Orte der Kommunikation: die Habsburger und Italien (16.-19. Jahrhundert), Bologna - Berlin 2010.
- Alan Sked, The survival of the Habsburg Empire. Radetzky, the imperial army and the class war, 1848, London 1979
- Alan J. Reinerman, Austria and the Papacy in the Age of Metternich, Washington D.C. 1979.
Sommersemester 2011:
Vorlesung: Geschichte Großbritanniens im 19. und 20. Jahrhundert
Zeit: Fr, 10-12
Ort: UHG HS 235
Beginn: 8. April 2011
Die Vorlesung bietet eine problemorientierte Einführung in die Geschichte Großbritanniens in den letzten beiden Jahrhunderten. Im Vordergrund werden die politische Sozial- und Kulturgeschichte und die Frage stehen, wie sich die sozialen und kulturellen Strukturen der Herrschaft im Laufe der Zeit veränderten und wie Politik in den verschiedenen Epochen legitimiert wurde. Insofern werden die Geschichte der Ideen und Ideologien, der Verfassung sowie der politischen Parteien und sozialen Bewegungen eine wichtige Rolle spielen, etwa die Entwicklung des Liberalismus, des Konservatismus oder der Arbeiterbewegung, die ebenso thematisiert werden wie die Geschichte der Monarchie im 19. und 20. Jahrhundert. Dargestellt werden ferner die grundlegenden gesellschaftlichen Wandlungsprozesse, wie die Entstehung einer modernen Klassengesellschaft, aber auch die Geschichte des Empire, das Großbritannien im 19. Jahrhundert den Status einer Großmacht von Weltgeltung verlieh. Mit der Dekolonisation nach dem Zweiten Weltkrieg ging diese herausragende Stellung verloren, was die britische Gesellschaft und Politik ebenso prägte wie die soziokulturelle Revolution der 1960und 1970er Jahre. Aufgearbeitet werden schließlich auch die sozialen und kulturellen Prozesse der jüngsten Zeitgeschichte, die das „Politische“ grundlegend wandelten. Dies gilt etwa für die Auflösung des gesellschaftlichen „Konsensus“, der für die politische Kultur Großbritanniens lange charakteristisch gewesen war, und für die Folgen des Strukturbruchs der modernen Industriegesellschaft seit den 1970er Jahren. So skizziert die Vorlesung abschließend in den Grundzügen die Geschichte der neokonservativen Regierung von Margaret Thatcher (1979-1990) und jene der Labourregierung unter Tony Blair (1997-2007).
Literatur:
Aufbaumodul Westeuropäische Geschichte :
Vorlesung: Geschichte Großbritanniens im 19. und 20. Jahrhundert (Siehe oben)
Zugehöriges Seminar: Großbritannien in der Ära Thatcher (1979-1990): Strukturbruch der Industriemoderne und politischer Wandel
(zugleich Fachmodul Neuere Geschichte I oder II)
Zeit: Mi, 16-18
Ort: UHG SR 219
Beginn: 6. April 2011
Folgt man jüngsten zeithistorischen Forschungen, lässt sich in Westeuropa in den 1970er und den 1980er Jahren ein tief greifender Strukturbruch der modernen Industriegesellschaften verzeichnen, der zu einem „Wandel von revolutionärer Qualität“ (Doering-Manteuffel/ Raphael) geführt habe. Diese These wird das Seminar am Beispiel Großbritanniens in der Ära von Margaret Thatcher überprüfen und der Frage nachgehen, wie man den sozialen und politischen Wandel Großbritanniens in den 1970er und 1980er Jahren erklären kann. Die neokonservative Politik der Ministerpräsidentin brach mit dem Nachkriegskonsens der britischen Gesellschaft und führte weitreichende Reformen in Staat und Wirtschaft durch. Insbesondere sollten regulierende Eingriffe in den Markt reduziert, die Steuern gesenkt und die sozialstaatlichen Leistungen radikal abgebaut werden. Konsequenterweise betonten die britischen Konservativen die sog. Eigenverantwortung des Individuums. Die Regierung Thatchers steht jedoch nicht nur für eine Forcierung von Individualisierungstendenzen, sondern auch für die Politik einer zunehmenden Entmachtung der Gewerkschaften, also klassischen sozialen Akteuren der Industriemoderne. Der Misserfolg des Bergarbeiterstreiks von 1984/85, der zeitweilig zu gewaltsamen Auseinandersetzungen führte, läutete den Niedergang der britischen Arbeiterbewegung ein. Aufgearbeitet werden soll nicht zuletzt die Welle des Nationalismus, die Großbritannien während des Falklandkriegs von 1982 erfasste und welche die politische Kultur des Landes in den 1980er Jahre zutiefst prägte.
Literatur:
Hauptseminar: Das Habsburgerreich und Italien im 19. Jahrhundert. Politische Hegemonie und transnationale Beziehungen
Zeit: Do, 10-12
Ort: Historisches Seminar, Seminarraum
Beginn: 7. April 2011
Das Habsburgerreich war bis zur Gründung des italienischen Nationalstaats von 1861 die nahezu unbestrittene politische Hegemonialmacht in Italien. Das Hauptseminar geht diesem transnationalen politischen Beziehungsgeflecht und Herrschaftsgefüge nach, indem es zum einen untersucht, welche Bedeutung „Italien“ für die Politik Österreich-Ungarns einnahm und wie sich die habsburgische Italienpolitik im 19. Jahrhundert von der Ära Metternich bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte; zum anderen soll herausgearbeitet werden, welche Rolle umgekehrt „Österreich“ für die Italiener und für die Bewegung des Risorgimento spielte. Denn die Österreicher (i tedeschi) stiegen spätestens nach den Befreiungskriegen von 1848/49 zum wichtigsten Feind(bild) der Nationalbewegung auf. Dies hing vor allem damit zusammen, dass die Lombardei und Venetien bis 1866 unmittelbar zum Habsburgerreich gehörten und dort quasi „imperiale“ Formen der Herrschaft etabliert worden waren. Triest und das Trentino blieben sogar bis 1918/19 bei Österreich-Ungarn. Dazu kam in der Epoche des Risorgimento ein dynastisches Beziehungsnetz, das die Herrschaft der Habsburger stabilisierte, denn an der Spitze des Großherzogtums Toskana sowie des Herzogtums Modena standen Monarchen, die zugleich habsburgische Erzherzöge waren. Die hegemoniale Stellung wurde ferner durch eine massive Militärpräsenz unter dem Kommando des Feldmarschalls Radetzky im Norden der Apenninhalbinsel abgesichert. Doch war das Verhältnis von Italien und Österreich seit dem 18. Jahrhundert keineswegs nur durch politische Konflikte charakterisiert, denn es existierte ein reger Kulturaustausch, der bis weit in das 19. Jahrhundert hinein die Präsenz der Habsburger zu legitimieren geholfen hatte. Das forschungsorientierte Hauptseminar wird sich problemorientiert und exemplarisch mit den kulturellen und politischen Facetten der Präsenz der Österreicher in Italien bis 1918 befassen und dabei Fragen der österreichischen Herrschaftsgeschichte auf der Apenninhalbinsel, der internationalen Politik sowie der neuen politischen Kulturgeschichte behandeln. Erwartet wird die Bereitschaft zur intensiven Arbeit mit Quellentexten und zur Auseinandersetzung mit theoretischen Ansätzen der Kulturgeschichte. Italienischkenntnisse sind für einige Themen von Vorteil, aber nicht notwendig. Um Anmeldung unter der folgenden Emailadresse wird gebeten: thomas.kroll @ uni-jena.de.
Literatur:
Oberseminar zur Westeuropäischen Geschichte:
Zeit: Do 14-16 Uhr
Ort: UHG SR 162
Beginn: 7. April 2011
Das Kolloquium bietet Magister-, Master-, Staatsexamens- und Bachelor-Kandidaten die Gelegenheit, ihre Abschlussarbeiten im Kreise der Teilnehmer zu präsentieren und zu diskutieren. Für Studierende des B.A.-Studiengangs ist die Veranstaltung als Teil des Vertiefungsmoduls anrechenbar. Überdies diskutieren wir über wichtige Neuerscheinungen und Methodenfragen im Bereich der westeuropäischen Geschichte insbesondere des 19. und 20. Jahrhunderts. Interessierte Studierende in fortgeschrittenen Semestern sind ebenfalls herzlich willkommen.
Zeitgeschichtliches Kolloquium
Zeit: Mi 18-20 Uhr
Ort: Fürstengraben 27 (Rosensäle)
Beginn:
Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Thomas Kroll, Prof. Dr. Lutz Niethammer und Prof. Dr. Joachim von Puttkamer gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität.
- Jens Ivo Engels, Kleine Geschichte der Dritten Französischen Republik, Köln 2007.
- Francis Démier, La France du XIXe siècle, Paris 2000.
- Marc Ferro, Histoire de France, Paris 2003.
- Rod Kedwar, La vie en bleu. France and the French since 1900, London 2006.
- Jean-Pierre Rioux/ Jean-François Sirinelli, Le temps des masses: le vientiéme siècle (Histoire culturelle de la France, Bd. 4), Paris 2005.
- Ernst Weisenfeld, Geschichte Frankreichs seit 1945: von de Gaulle bis zur Gegenwart, 3. Auflage, München 1997.
- Maurice Agulhon, The French Republic 1879-1992, Oxford 1995.
- Jean Favier (Hg.), Geschichte Frankreichs, Bde. 4-6, Stuttgart 1989-1995.
- Fraser M. Ottanelli, The Communist Parety of the United States, New Brunswick 1991.
- Mark Naison, Communists in Harlem during the Depression, Urbana 1983.
- Bernard Pudal, Un monde défait. Les communistes français de 1956 à nos jours, Bellecombe-en-Baugs 2009.
- Adam Faiclough, Better Day Coming. Blacks and Equality, 1890-2000, New York 2001.
- James Eaden/ David Renton, The Communist Party of Great Britain since 1920, Basingstoke 2002.
- Michael Mallmann, Kommunisten in der Weimarer Republik. Sozialgeschichte einer revolutionären Bewegung, Darmstadt 1996.
- Eric D. Weitz, Creating German Communism, 1890-1990, Princeton 1997.
- Marc Lazar, Le communisme, une passion française, Paris 2005.
Wintersemester 2010/11:
Vorlesung: Französische Geschichte 1871-1995
Zeit: Fr, 10-12
Ort: UHG, HS 250
Beginn: 29. Oktober 2010
Die Vorlesung bietet einen Überblick zur politischen Sozial- und Kulturgeschichte Frankreichs von der Gründung der Dritten Republik bis zum Ende der Ära Mitterand Mitte der 1990er Jahre. Dabei werden die wichtigsten politischen Transformationsprozesse herausgearbeitet (die Geschichte der französischen Republiken von der Pariser Kommune 1871 über den Ersten Weltkrieg, die Jahre der Volksfrontregierung; das Regime von Vichy, die Ära De Gaulle bis zur jüngsten Zeitgeschichte), aber auch der Wandel in Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft behandelt. So gilt es beispielsweise den Übergang Frankreichs von einer Agrar- zu einer Industriegesellschaft im Laufe des 20. Jahrhunderts - mit all seinen sozialen und politischen Folgen - näher zu betrachten. Ein besonderes Augenmerk gilt zudem der Geschichte der politischen Bewegungen und ihren Kulturen: etwa dem Liberalismus der Dritten Republik, dem Sozialismus und Kommunismus, dem (Neo)Gaullismus, den 1968ern, aber auch den Neuen Sozialen Bewegungen, die seit den 1970er Jahren für einen weitreichenden Wandel der französischen Politik gesorgt haben. Nicht zuletzt wird die Rolle des Imperialismus und des Kolonialismus zur Sprache kommen, welche die französische Gesellschaft bis in die jüngste Vergangenheit hinein maßgeblich geprägt haben.
Literatur:
Aufbaumodul Westeuropäische Geschichte :
Vorlesung: Französische Geschichte 1871-1995 (Siehe oben)
Zugehöriges Seminar: Siehe Ankündigung in Friedolin bzw. im kommentierten Vorlesungsverzeichnis
(zugleich Fachmodul Neuere Geschichte I oder II)
Hauptseminar: Politische Kulturen des Kommunismus in Westeuropa und in den USA (1917-1968)
Zeit: Do 10-12 Uhr
Ort: HI, SR
Beginn: 28. Oktober 2010
Der Kommunismus hat die Geschichte des 20. Jahrhundert im westlichen Europa in hohem Maße geprägt. In Frankreich, Deutschland oder auch Großbritannien entwickelten sich in der Zwischenkriegszeit bedeutsame kommunistische Massenbewegungen, die zum Teil bis 1968 eine wichtige Rolle spielten. Obwohl die kommunistische Partei der USA weitaus weniger Einfluss entfalten konnte, zog die Vision des Kommunismus auch in der nordamerikanischen ‚Einwanderergesellschaft’ viele Arbeiter, Intellektuelle und später auch Anhänger der schwarzen Emanzipationsbewegung an. Um die Frage zu beantworten, wie diese Anziehungskraft des Kommunismus in Westeuropa und den USA zu erklären ist, befasst sich das Hauptseminar mit der politischen Kultur- und Sozialgeschichte des Kommunismus in einer vergleichenden Perspektive und bietet auf diesem Wege zugleich eine Einführung in die Methoden der historischen Komparatistik. Ausgehend vom theoretischen Konzept der „politischen Kultur“ fragt das Seminar vergleichend nach der Entwicklung der kommunistischen Milieus in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA. Dabei werden namentlich das Wertesystem und die Ideologie der kommunistischen Milieus sowie deren soziale Trägerschichten in den Blick genommen. Besonderes Augenmerk wird auch die Erfahrungs- und Alltagsgeschichte der militanten Kommunisten, die Entwicklung der Parteien sowie die Frage nach der Rolle der Intellektuellen erhalten.
Literatur:
Oberseminar zur Westeuropäischen Geschichte:
Zeit: Do 14-16 Uhr
Ort: UHG, SR 258 a
Beginn: 28. Oktober 2010
Das Kolloquium bietet Magister-, Master-, Staatsexamens- und Bachelor-Kandidaten die Gelegenheit, ihre Abschlussarbeiten im Kreise der Teilnehmer zu präsentieren und zu diskutieren. Für Studierende des B.A.-Studiengangs ist die Veranstaltung als Teil des Vertiefungsmoduls anrechenbar. Überdies diskutieren wir über wichtige Neuerscheinungen und Methodenfragen im Bereich der westeuropäischen Geschichte. Interessierte Studierende in fortgeschrittenen Semestern sind ebenfalls herzlich willkommen.
Zeitgeschichtliches Kolloquium
Zeit: Mi 18-20 Uhr
Ort: Fürstengraben 27, SR 101 (Rosensäle)
Beginn: Siehe aktuelle Ankündigung.
Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Thomas Kroll, Prof. Dr. Lutz Niethammer und Prof. Dr. Joachim von Puttkamer gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität.
- Sasson, Donald, One Hundred Years of Socialism. The West European Left in the Twentieth Century, London 1996;
- Agosti, Aldo, Bandiere rosse. Un profilo storico dei comunismi in Europa, Rom 1999;
- Eley, Geoff, The History of the Left in Europe, 1850-2000, Oxford 2002;
- Grebing, Helga, Arbeiterbewegung. Sozialer Protest und kollektive Interessenvertretung bis 1914, München 31993;
- Abendroth, Wolfgang, Sozialgeschichte der europäischen Arbeiterbewegung, 9. Auflage, Frankfurt a.M. 1973.
- Georg G. Iggers, Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein kritischer Überblick im internationalen Zusammenhang, Göttingen 2007.
- Rebecca Habermas u.a. (Hg.), Das Schwein des Häuptlings. Sechs Aufsätze zur Historischen Anthropologie, Berlin 1992.
- Peter Burke, New Perspectives on Historical Writing, Pennsylvania 2007.
- N. Hammerstein, Deutsche Geschichtswissenschaft um 1900, Wiesbaden 1988.
- André Burguière, L’École des Annales. Une histoire intellectuelle, Paris 2006.
- Robert, M. Berdahl u.a. (Hg.), Klassen und Kultur. Sozialanthropologische Perspektiven in der Geschichtsschreibung, Frankfurt am Main 1982.
- Lutz Raphael, Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme, München 2003.
Sommersemester 2010:
Vorlesung: Geschichte der Arbeiterbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts in Europa und den USA
Zeit: Fr, 10-12
Ort: UHG, HS 144
Beginn: 9. April 2010
Die Vorlesung führt in die Geschichte der Arbeiterbewegung Europas von ihren Anfängen im 19. bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert ein und wirft auch einen vergleichenden Blick auf die Entwicklung in den USA. Die Veranstaltung zeichnet die politischen Ideen und Utopien der Hauptströmungen der Arbeiterbewegung nach, wobei vorzugsweise die Sozialdemokratie, der Kommunismus und am Rande auch der Anarchismus behandelt werden. Darüber hinaus werden in vergleichender Perspektive die historischen Voraussetzungen der Entstehung der Arbeiterbewegungen sowie die Form, Verbreitung und der Einfluss ihrer Organisationen (Gewerkschaften, Parteien, Internationale) in den Blick genommen. Ein besonderes Interesse wird dem Aufkommen bzw. dem Niedergang von spezifischen sozialen und politischen Milieus der Arbeiterbewegung und ihren politischen Kulturen gelten. Schließlich werden die wichtigsten Etappen der politischen Geschichte der Arbeiterbewegung bis zum Ende des letzten Jahrhunderts nachgezeichnet.
Literatur:
Aufbaumodul Westeuropäische Geschichte :
Vorlesung: Geschichte der Arbeiterbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts in Europa und den USA (Siehe oben)
Zugehörige Seminare: Siehe Ankündigung in Friedolin bzw. im kommentierten Vorlesungsverzeichnis
(zugleich Fachmodul Neuere Geschichte I oder II)
Hauptseminar: Alltagsgeschichte – Mikrohistorie – Geschichte von unten. Die Geschichtswissenschaften in den 1970er und 1980er Jahren
Zeit: Do 10-12 Uhr
Ort: HI, SR
Beginn: 8. April 2010
Die 1970er und 1980er Jahre bedeuteten einen tiefen Einschnitt in die Entwicklung der Industriegesellschaften des westlichen Europas. Die weitreichenden Wachstumskrisen der Ökonomien „nach dem Boom“ der Nachkriegsjahrzehnte, der Niedergang der modernen Arbeitgesellschaft und das Aufkommen der Umwelt- und Friedenbewegungen führten zu einem weitreichen Mentalitätswandel, der etwa im Verlust des klassische Fortschrittsdenkens und der Zukunftsgewissheit seinen Ausdruck fand. Dieser Umbruch wirkte sich auch auf die Geschichtswissenschaften aus, namentlich auf ihre Perspektiven, Themen und Methoden. Anders als in der klassischen Sozialgeschichte der Nachkriegszeit, die sich vor allem mit anonymen Prozessen und Strukturen befasst hatte, standen nun das historische Subjekt, Alltagserfahrungen und die Geschichte der kleinen Leute im Vordergrund.. Überdies kam es zu einer „Wiederkehr der Erzählung“, welche die Darstellungsformen der Historie grundlegend änderte. Zu den Vorreitern dieser Richtung gehören die Vertreter der italienischen Microstoria und namentlich Carlo Ginzburg, dessen Buch „Der Käse und die Würmer“ (1976) mittlerweile zu den Klassikern der europäischen Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts gehört. Von ebenso großer Bedeutung waren die Historische Anthropologie in Frankreich, die Alltagsgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland und die marxistisch inspirierte „Geschichte von unten“ in Großbritannien. Anhand ausgewählter Texte dieser Strömungen (in deutscher Übersetzung), etwa von Ginzburg, Emmanuel Le Roy Ladurie, Alf Lüdtke, aber auch der amerikanischen Historikerin Natalie Zemon Davies, arbeitet das Hauptseminar wichtige Positionen der innovativen Historie der 1970er und 1980er Jahre auf und versucht auf diese Weise den Wandel der Geschichtsschreibung in dieser Epoche nachzuvollziehen und zu erklären.
Literatur:
Oberseminar zur Westeuropäischen Geschichte:
Zeit: Do 16-18 Uhr
Ort: HI, SR
Beginn: 15. April 2010
Das Kolloquium bietet Magister-, Master-, Staatsexamens- und Bachelor-Kandidaten die Gelegenheit, ihre Abschlussarbeiten im Kreise der Teilnehmer zu präsentieren und zu diskutieren. Für Studierende des B.A.-Studiengangs ist die Veranstaltung als Teil des Vertiefungsmoduls anrechenbar. Überdies diskutieren wir über wichtige Neuerscheinungen und Methodenfragen im Bereich der westeuropäischen Geschichte. Interessierte Studierende in fortgeschrittenen Semestern sind ebenfalls herzlich willkommen.
Zeitgeschichtliches Kolloquium
Zeit: Mi 18-20 Uhr
Ort: Fürstengraben 27, SR 101 (Rosensäle)
Beginn: Siehe aktuelle Ankündigung.
Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Thomas Kroll, Prof. Dr. Lutz Niethammer und Prof. Dr. Joachim von Puttkamer gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität.
- Reinhard Wendt, Vom Kolonialismus zur Globalisierung: Europa und die Welt seit 1500, Paderborn 2007;
- Wolfgang Reinhard, Kleine Geschichte des Kolonialismus, Stuttgart 1996;
- Rudolf von Albertini, Europäische Kolonialherrschaft 1880-1940, Stuttgart, 2. Auflage 1985;
- Denise Bouche, Histoire de la colonisation française, Bd. 2, Paris 1991;
- T.O. Lloyd, The British Empire 1558-1995, Oxford, 2. Auflage 1997.
-
Literatur:
- Winfried Speitkamp, Deutsche Kolonialgeschichte, Stuttgart 2005
- Horst Gründer, Geschichte der deutschen Kolonien, Paderborn 2004
- Rudolf von Albertini, Europäische Kolonialherrschaft 1880-1940, Stuttgart, 2. Auflage 1985.
Hauptseminar: Die europäische Sozialhistorie im 20. Jahrhundert (Themen und Problemfelder einer modernen Historiografiegeschichte)
Zeit: Do 10-12 Uhr
Ort:
Beginn: 29. Oktober 2009Das historiografiegeschichtliche Seminar bietet einen Überblick über die Entwicklung der Sozialhistorie, die sich mit dem sozialen Wandel, Schichten und Klassen oder auch mit den sozialen Grundlagen politischen Handelns befasst (hat). Die Sozialhistorie zählt zu den einflussreichsten Strömungen der Geschichtsschreibung Europas im 20. Jahrhundert und prägt das historische Denken der Gegenwart noch immer in hohem Maße. Im Seminar werden die wichtigsten sozialhistorischen Schulen und Richtungen seit 1900 behandelt. Im Zentrum steht jedoch die „klassische“ Sozialgeschichte, die in den 1960er und 1970er Jahren einen regelrechten Boom erlebte, namentlich die Schule der Annales in Frankreich, die Historische Sozialwissenschaft in Deutschland oder die marxistische Historiografie in Großbritannien. Im Seminar soll die Frage beantwortet werden, warum es gerade nach 1945 zum rasanten Aufstieg der Sozialhistorie im westlichen Europa gekommen ist. In diesem Zusammenhang geht es um Probleme der Wahl von Forschungsfeldern, des innovativen Methodenwechsels oder der Erzählweisen, aber auch um exemplarische Biografien und das Werk herausragender Historiker wie Braudel, Thompson oder Wehler. Von zentraler Bedeutung ist schließlich die Frage nach dem Zusammenhang von Geschichtsschreibung und Politik im 20. Jahrhundert. Wegen begrenzter Teilnehmerzahl ist eine persönliche Anmeldung unter der Email-Adresse thomas.kroll @ uni-jena.de erwünscht.
Literatur:- Georg G. Iggers, Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert. Ein kritischer Überblick im internationalen Zusammenhang, Göttingen 2007.
- ders./ Q. Edward Wang (Hg.), A Global History of Historiography, Edinburgh 2008.
- Peter Burke, New Perspectives on Historical Writing, Pennsylvania 2007.
- N. Hammerstein, Deutsche Geschichtswissenschaft um 1900, Wiesbaden 1988.
- André Burguière, L’École des Annales. Une histoire intellectuelle, Paris 2006.
- Richard J. Evans, Fakten und Fiktionen. Über die Grundlagen historischer Erkenntnis, Frankfurt a.M. 1998.
- Lutz Raphael, Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme, München 2003.
Übung:
Der Mittelmeerraum in der modernen Sozialgeschichtsschreibung: Fernand Braudels “La Mediterranée”
(Anrechenbar für: Ü Historiographie/ Methodik/ Quellenkunde)
Zeit: Fr 14-16 Uhr
Ort:
Beginn: 30. Oktober 2009Fernand Braudel (1902-1985) gilt als einer der einflussreichsten französischen Historiker des 20. Jahrhunderts und als führender Kopf der Schule der Annales nach 1945. Sein Werk über den Mittelmeerraum in der Zeit Philipps II., das erstmals 1949 veröffentlicht wurde, zählt zu den Klassikern der europäischen Geschichtsschreibung und hat die Sozialhistorie der 1960er und 1970er Jahre in hohem Maße beeinflusst. Dies gilt namentlich für Braudels Konzeption historischer Zeiten und seine Vorstellung von Strukturen von „langer Dauer“ (longue durée). Jüngst hat das Mittelmeerbuch Braudels wieder vermehrt Aufmerksamkeit erhalten, weil die Betrachtung des Mittelmeerraums mit seinen zahlreichen, eng miteinander verflochtenen Kulturen vielfältige Anknüpfungspunkte für eine Geschichtsschreibung bietet, die an transnational-übergreifenden Kulturbeziehungen interessiert ist. In dieser Übung wird Braudels “Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipp II” systematisch aufgearbeitet und diskutiert. Dabei werden auch historiographiegeschichtliche sowie methodische Fragen und die ideengeschichtliche Genese des Werkes eine Rolle spielen.
Literatur:
- Fernand Braudel, Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipp II, Frankfurt a. M. 1990
- ders., Die Welt des Mittelmeers, Frankfurt a. M. 1993;
- André Burguière, L’école des Annales: une histoire intellectuelle, Paris 2006.
Zeitgeschichtliches KolloquiumZeit: Mi 18-20 Uhr
Ort: Fürstengraben 27, SR 101 (Rosensäle)
Beginn: Siehe aktuelle Ankündigung.Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Thomas Kroll, Prof. Dr. Lutz Niethammer und Prof. Dr. Joachim von Puttkamer gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität.
- Brunello Mantelli, Kurze Geschichte des italienischen Faschismus, Berlin 1998;
- Christian Jansen, Italien seit 1945, Göttingen 2007
-
Literatur:
- Brunello Mantelli, Kurze Geschichte des italienischen Faschismus, Berlin 1998
- Sven Reichardt u.a. (Hg.), Faschismus in Italien und Deutschland. Studien zu Transfer und Vergleich, Göttingen 2005
- Wolfgang Schieder, Faschistische Diktaturen. Studien zu Italien und Deutschland, Göttingen 2008
Hauptseminar: Geschichte der Arbeit im 19. und 20. Jahrhundert. Deutschland im westeuropäischen Vergleich
Zeit: Do 10-12 Uhr
Ort:
Beginn:Das Seminar widmet sich in einem historischen Längsschnitt dem Problem der Geschichte der „Arbeit“, die sich derzeit in vielen Weltregionen in einem Übergang von der industriellen zur postindustriellen Form befindet. So wird seit rund 20 Jahren über das Ende der „Arbeitsgesellschaft“ diskutiert. Thematisiert werden soll aber nicht nur der Rückgang der Industriearbeit seit den 1970er Jahren, der mit dem Aufkommen der Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft verbunden war, sondern auch die Entwicklung der Arbeit seit dem Beginn des 19. Jahrhundert, also die Arbeit im Handwerk, deren Formverwandlung durch die Industrialisierung, ferner das Aufkommen der Fabrikarbeit und schließlich die allmähliche Entfaltung von Massenproduktionsverfahren am Fließband. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf der Untersuchung der Zwangsarbeit im Dritten Reich und in kommunistischen Diktaturen liegen. Überdies wird das Seminar nach sich wandelnden Formen der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Arbeit fragen und überprüfen, warum und in welcher Weise Arbeit zur Grundlage von politischen Organisationsformen werden konnte (Arbeiterparteien, Gewerkschaften). Am Ende sollen schließlich globalgeschichtliche Aspekte von Arbeit diskutiert werden.
Literatur:- Josef Ehmer u.a. (Hg.), „Arbeit“: Geschichte – Gegenwart – Zukunft, Wien 2002
- Jürgen Kocka u.a. (Hg.), Geschichte und Zukunft der Arbeit, Frankfurt a.M. 2000
- Jan Lucassen (Hg.), Global Labour History, 2. Aufl., Bern 2008
- Gerhard A. Ritter/ Klaus Tenfelde, Arbeiter im Deutschen Kaiserreich 1871-1914, Bonn 1992
- Stefano Musso, Storia del lavoro in Italia dall’Unità a oggi, Venedig 2002
- Alain, Dewerpe, Histoire du travail, Paris 2001
- Richard Bienacki, The Fabrication of Labor. Germany and Britain, 1640-1914, Berkeley 1995
Basismodul Frühe Neuzeit/ Seminar:
England im 18. Jahrhundert. Politik, Gesellschaft, KulturZeit: Fr 14-16 Uhr
Ort: HI, SR
Beginn:Das Seminar diskutiert zentrale Aspekte der Geschichte Großbritanniens im 18. Jahrhundert und bietet auf diesem Wege eine Einführung in die fundamentalen Methoden und Arbeitstechniken der Geschichtswissenschaften. Im Mittelpunkt stehen der Kolonialismus und die Entwicklung des britischen Empire, Fragen des gesellschaftlichen und kulturellen Wandels (Klassen und Lebensstile), Probleme des politischen System (Monarchie und Parlamentarismus), die Anfänge der Industrialisierung und das Aufkommen radikaler Protestbewegungen.
Literatur:
- Peter Wende, Das britische Empire. Geschichte eines Weltreiches, München 2008
- Michael Maurer, Kleine Geschichte Großbritanniens, Bonn 2005
- Heiner Haan/ Gottfried Niethart, Geschichte Englands vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, München 1993
- Roy Porter, English Society in the Eighteenth Century, London 1990
Zeitgeschichtliches KolloquiumZeit: Mi 18-20 Uhr
Ort: Fürstengraben 27, SR 101 (Rosensäle)
Beginn: Siehe aktuelle Ankündigung.Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Rainer Gries, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Thomas Kroll, Prof. Dr. Lutz Niethammer und Prof. Dr. Joachim von Puttkamer gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen und aufgefordert sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität.
-
Wintersemester 2008/2009:
Vorlesung: Geschichte Italiens 1770-1922
Zeit: Fr 10-12 Uhr
Ort: UHG, HS 144
Beginn:Ausgehend vom aufgeklärten Absolutismus des 18. Jahrhunderts zeichnet die Vorlesung die Geschichte Italiens im langen 19. Jahrhundert nach. In diesem Rahmen werden das italienische Risorgimento, der Prozess der Nationalstaatsbildung von 1861, die Geschichte des liberalen Königreichs Italien bis 1914, die italienische Gesellschaft im Ersten Weltkrieg und schließlich die Ursachen des Aufstiegs des Faschismus in der Nachkriegszeit behandelt. Dabei sollen zentrale Wandlungsprozesse in Politik und Verfassungsordnung thematisiert, die wichtigsten Tendenzen in der Kulturentwicklung präsentiert und die Grundzüge einer Sozialgeschichte der Appenninhalbinsel dargestellt werden.
Literatur:
- Altgeld, Wolfgang (Hg.), Kleine italienische Geschichte, Stuttgart 2002;
- Lill, Rudolf, Geschichte Italiens in der Neuzeit, 4. Auflage, Darmstadt 1988;
- Procacci, Giuliano, Geschichte Italiens und der Italienier, München 1983;
- Banti, Alberto Mario, Il Risorgimento italiano, Bari 2007;
- Pécout, Gilles, La naissance de l’Italie contemporaine, Paris 2007.
Aufbaumodul Westeuropäische Geschichte :
Vorlesung: Geschichte Italiens 1770-1922 (Siehe oben)
Seminar: Nationale Bewegung und Nationalstaatsbildung in Italien und Deutschland 1800-1871(zugleich Fachmodul Neuere Geschichte I oder II)
Zeit: Do, 14-16 Uhr
Ort: UHG, SR 259
Beginn:Das Seminar bietet anhand der Geschichte der nationalen Bewegungen und Nationalstaatsgründungen in Italien und Deutschland eine Einführung in die grundlegenden Fragestellungen der westeuropäischen Geschichte. Ferner sollen die Teilnehmer mit den Methoden der vergleichenden Geschichtsschreibung vertraut gemacht werden. So werden die nationalen Ideologien, die gesellschaftlichen Trägerschichten und die Protagonisten der nationalen Bewegungen Italiens und Deutschlands gleichermaßen in den Blick genommen. Beispielsweise wird nach der jeweiligen Rolle des Liberalismus oder der demokratischen Bewegungen in den beiden Ländern zu fragen sein. Überdies werden die politischen Organisationen, Strukturen, Entscheidungsprozesse und internationalen Konstellationen verglichen, die in Italien (1861) und in Deutschland (1871) die Bildung eines Nationalstaats ermöglichten. Dementsprechend wird etwa zu klären sein, warum in Italien ein demokratischer „Volksheld“ wie Giuseppe Garibaldi und seine Bewegung eine zentrale Rolle in der nationalen Bewegung spielen konnten, während die Nationalstaatsgründung in Deutschland weitaus mehr von „oben“ und unter Ägide des „eisernen Kanzlers“ Bismarcks erfolgte.
Literatur:
- Siemann, Wolfram, Vom Staatenbund zum Nationalstaat: Deutschland 1806-1871, München 1995;
- Gellert, Mark, Die „Società Nazionale Italiana“ und der „Deutsche Nationalverein“. Ein Vergleich der Organisationen und ihrer Rolle in nationaler Bewegung und Einigung, Aachen 1999;
- Lill, Rudolf, Geschichte Italiens in der Neuzeit, Darmstadt 41988;
- Daniel Ziblatt, The Formation of Italy and Germany and the Puzzle of Federalism, Princeton 2006.
Hauptseminar: Der Adel in der modernen Gesellschaft 1800-1945. Deutschland im westeuropäischen Vergleich
Zeit: Do 10-12 Uhr
Ort: UHG, SR 259
Beginn:Der Adel hat im 19. und 20. Jahrhundert einen tiefgreifenden politischen, sozialen sowie wirtschaftlichen Transformationsprozess durchlaufen. Obgleich der Adel bereits im 19. Jahrhundert einen großen Teil seiner Herrschaftsrechte und seines Reichtums verlor, gelang es ihm, durch vielfältige Strategien der Anpassung bis weit in das 20. Jahrhundert hinein ein durchaus bedeutender Teil der politischen und gesellschaftlichen Eliten zu bleiben. Das Seminar wird diesen Wandlungsprozess untersuchen und dazu das Verhältnis des Adels zur Politik und seine Stellung in Militär, Verwaltung und Diplomatie analysieren. Ferner werden sozialgeschichtliche Fragestellungen im engeren Sinne aufgegriffen und das adlige Heiratsverhalten, Familienstrategien sowie Bildungswege in den Blick genommen. Schließlich gilt es den Wandel der Adelskultur, des gesellschaftlichen Selbstverständnisses und die adligen Repräsentationsstrategien zu thematisieren. Im Mittelpunkt des Seminars steht der deutsche Adel von 1800 bis zur Epoche des Nationalsozialismus, doch soll die Einbeziehung von Adelsgruppen in Großbritannien, Frankreich und Italien vergleichende Perspektiven eröffnen.
Hinweis: Eine persönliche Anmeldung per Email ist erwünscht.
Literatur:- Heinz Reif, Adel im 19. und 20. Jahrhundert, München 1999;
- ders., Monika Wienfort, Der Adel in der Moderne, Göttingen 2006;
- ders., Das Gesicht des 21. Jahrhunderts. Ein Gespräch mit Antonio Polito, München 2002;
- Eckart Conze/ Monika Wienfort (Hg.), Adel und Moderne, Köln 2004.
Übung: Die Schule der „Annales“. Französische Geschichtsschreibung im 20. Jahrhundert
(Historiographie/ Methodik/ Quellenkunde)Zeit: Fr 14-16 Uhr
Ort: HI, SR
Beginn:Die Schule der „Annales“ hat der Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts vielfältige Impulse vermittelt. Zu ihren bekanntesten Vertretern gehören beispielsweise Lucien Fevbre, Marc Bloch, Fernand Braudel oder auch Jacques Le Goff und Emmanuel Le Roy Ladurie, die mit ihren innovativen Studien das historische Denken der westlichen Welt seit den 1930er Jahren grundlegend verändert haben. Weniger als Ereignisse und die Politik interessierten die Historiker der Annale-Schule – dies gilt etwa etwa schon für Braudel und seine berühmte Studie zur Welt des Mittelmeers – die quantitativ erfassbaren „Strukturen“ von langer Dauer in Gesellschaft und Wirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg differenzierte sich die Schule der „Annales“ weiter aus, entwickelte die Methoden einer seriellen Geschichtswissenschaft und suchte nach Möglichkeiten einer Kooperation mit der Ethnologie. Im Rahmen der Übung sollen programmatische Schlüsseltexte der Schule der „Annales“ und einige Hauptwerke (in Auszügen und deutscher Übersetzung) gelesen und diskutiert werden. Dabei gilt es nicht zuletzt zu überprüfen, ob die Schule der „Annales“ noch heute Anknüpfungspunkte für eine moderne Sozialgeschichte bietet.
Literatur:
- Peter Burke, Offene Geschichte. Die Schule der „Annales“, Berlin 1991;
- Lutz Raphael, Die Erben von Bloch und Febvre, Stuttgart 1994;
- C. Delacroix u.a., Les courants historiques en France, Paris 2005;
- Ulrich Raulff, Ein Historiker im 20. Jahrhundert: Marc Bloch, Frankfurt a.M. 1995.
Zeitgeschichtliches KolloquiumZeit: Mi 18-20 Uhr
Ort: Fürstengraben 27, SR 101 (Rosensäle)
Beginn: Siehe aktuelle Ankündigung.Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Rainer Gries, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Thomas Kroll, Prof. Dr. Lutz Niethammer und Prof. Dr. Joachim von Puttkamer gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen und aufgefordert sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität.
- George Iggers, Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert, Göttingen 1993;
- Lutz Raphael, Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorie, Methoden und Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart, München 2003;
- Friedrich Jaeger/ Jörn Rüsen, Geschichte des Historismus. Eine Einführung, München 1992;
- Richard J. Evans, Fakten und Fiktionen. Über Grundlagen historischer Erkenntnis, Frankfurt am Main 1998;
- Wolfgang Hardtwig (Hg.), Über das Studium der Geschichte, München 1990.
- François Furet, 1789, vom Ereignis zum Gegenstand der Geschichtswissenschaft, Frankfurt a Main 1980;
- Erich Pelzer (Hg.), Revolution und Klio. Die Hauptwerke zur Französischen Revolution, Göttingen 2004;
- Eric J. Hobsbawm, Echoes of the Marseillaise: Two Centuries Look Back on the French Revolution, New Brunswick 1990;
- Gudrun Gersmann/ Hubertus Kohle (Hg.), Frankreich 1871-1914. Die Dritte Republik und die Französische Revolution, Stuttgart 2002.
- Eric J. Hobsbawm, Gefährliche Zeiten. Ein Leben im 20. Jahrhundert, München 2003;
- ders., Das Zeitalter der Extreme. Eine Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts, München 2004;
- ders., Das Gesicht des 21. Jahrhunderts. Ein Gespräch mit Antonio Polito, München 2002;
- ders., Wieviel Geschichte braucht die Zukunft, München 1998;
- Dennis L. Dworkin, Cultural Marxim in Postwar Britain, Durham 1997;
- Perry Anderson, The Age of EJH, London Review of Books, 3.10.2002.
- Alfred Georg Frei, Rotes Wien: Austromarxismus und Arbeiterkultur, Wien 1984;
- Anson Rabinbach, Vom Roten Wien zum Bürgerkrieg, Wien 1989;
- Ernst Hanisch, Der lange Schatten des Staates: österreichische Gesellschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert, Wien 1994;
- Helmut Gruber, Red Vienna. Experiment in Working-Class Culture, 1919-1934, New York 1991;
- Weihsmann, Helmut: Das rote Wien: Sozialdemokratische Architektur und Kommunlapolitik 1919-1934, Wien 2002;
- Judith Beniston/ Robert Villain, Culture and Politics in Red Vienna, Leeds 2006.
Sommersemester 2008:
Vorlesung: Geschichte der Geschichtswissenschaft im modernen Europa (18. bis 20. Jahrhundert)
Zeit: Fr 10-12 Uhr
Ort: UHG, HS 144
Beginn: 18.04.2008Der wissenschaftliche Umgang mit der Historie hat seine eigene Geschichte, die für das Selbstverständnis der modernen Geschichtswissenschaft und deren spezifischen Perspektiven sowie Methoden von zentraler Bedeutung ist. Die Vorlesung zeichnet die Grundlinien der Entwicklung der Geschichtswissenschaft seit Mitte des 18. Jahrhunderts nach und widmet sich vor allem den folgenden Fragen: Wie hat sich in Europa die Wissenschaft von der Geschichte im 18. und 19. Jahrhundert etabliert? Was hat man unter Geschichte verstanden und welche Methoden wurden in den letzten beiden Jahrhunderten entwickelt, um sich wissenschaftlich mit der Historie zu befassen? Wie gestaltete sich das Verhältnis der Historie zur Politik? Welche Geschichtstheorien und historischen Schulen bestimmten den Blick auf die Geschichte (vom Historismus über die Sozialgeschichte zur Kulturgeschichte)? Welche Tendenzen und Ansätze lassen sich heute ausmachen? Die Vorlesung richtet sich sowohl an Studierende im Grundstudium als auch an höhere Semester, die sich mit den historischen und methodischen Grundlagen der Geschichtswissenschaft auseinandersetzen wollen.
Literatur:
Aufbaumodul Westeuropäische Geschichte :
Vorlesung: Geschichte der Geschichtswissenschaft im modernen Europa (18. bis 20. Jahrhundert) (Siehe oben)
Seminar: Die Französische Revolution von 1789 in der Geschichtsschreibung und Erinnerungskultur des 19. und 20. Jahrhunderts
(zugleich Fachmodul Neuere Geschichte I oder II)
Zeit: Fr 14-16 Uhr
Ort: HI, SR
Beginn: 18.04.2008Die Französische Revolution von 1789 zählt zu den zentralen politischen Ereignissen der Geschichte Westeuropas und hat sowohl in der Geschichtsschreibung als auch in der Politik immer wieder heftige Kontroversen ausgelöst. Anhand von exemplarischen Geschichtsdarstellungen wird das Seminar erkunden, wie sich die historiographischen Formen der Darstellung der Revolution und deren politische Bewertung im 19. und 20. Jahrhundert verändert haben. Dazu werden vor allem Texte von Historikern aus Frankreich und Deutschland herangezogen (etwa de Tocqueville, Michelet, Taine oder Furet). Ferner soll untersucht werden, in welcher Weise das Ereignis in das öffentliche Gedächtnis Frankreichs eingegangen ist und sich dessen politische Bedeutung im Laufe der Zeit gewandelt hat. Ein besonderes Augenmerk wird in diesem Zusammenhang der Zweihundertjahrfeier der Revolution in Frankreich gelten. Französische Sprachkenntnisse sind hilfreich, aber keine Teilnahmebedingung.
Literatur:
Hauptseminar: Eric J. Hobsbawm. Ein britischer Historiker im Zeitalter der Extreme
Zeit: Do 10-12 Uhr
Ort: HI, SR
Beginn: 17.04.2008Der britische Sozialhistoriker Eric J. Hobsbawm (Jahrgang 1917) zählt zu den herausragenden Vertretern der westeuropäischen Geschichtswissenschaft des 20. Jahrhunderts. Im Rahmen der Veranstaltung soll das historiographische Werk Hobsbawms anhand ausgewählter Beispiele in den Blick genommen werden, etwa die Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung, des Nationalismus und des Jazz, seine Geschichte des 20. Jahrhunderts oder auch die Interventionen in die Theoriedebatte der Sozialgeschichte usw. Ferner wird die Beschäftigung mit dem politischen Engagement Hobsbawms einen Schwerpunkt des Seminars bilden, da er über Jahrzehnte als Linksintellektueller aktiv an den politischen Debatten seines Landes teilgenommen hat. So kann exemplarisch die Wechselwirkung von Geschichtswissenschaft und Politik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts herausgearbeitet werden.
Hinweis: Eine persönliche Anmeldung per Email ist erwünscht.
Literatur:
Übung: Städtische Politik und Arbeiterkultur in den 1920er und 1930er Jahren. Wien im westeuropäischen Vergleich
(Historiographie/ Methodik/ Quellenkunde/ Geschichte und Öffentlichkeit)Zeit: Do 14-16 Uhr
Ort: CZ 3, SR 315
Beginn: 17.04.2006Das Wien der Ersten Österreichischen Republik (1918-1938) galt vielen westeuropäischen Zeitgenossen als moderne Stadt mit einer vorbildhaften kommunalen Sozialpolitik. Der von den Sozialdemokraten dominierte Wiener Gemeinderat setzte besonders im Bereich des sozialen Wohnungsbaus innovative Akzente. Darüber hinaus entwickelte sich in Wien eine neue Form der Arbeiterkultur, welche die Grenzen des sozialen Milieus der Arbeiterschaft sprengte und von zahlreichen austromarxistischen Intellektuellen unterstützt wurde. So verwandelte sich Wien zu einem politischen und kulturellen Experimentierfeld. Erst die Mobilisierung des Austrofaschismus und der Bürgerkrieg von 1934 bereiteten dem Experiment ein Ende. In der Übung werden zentrale Problemfelder der Geschichte Wiens in den 1920er und 1930er Jahren diskutiert. Unter ausgewählten Gesichtspunkten werden Vergleiche zum Verhältnis von städtischer Politik und Arbeiterkultur in Berlin, Paris und London angestellt.
Literatur:
Zeitgeschichtliches KolloquiumZeit: Mi 18-20 Uhr
Ort: Fürstengraben 27, SR 101 (Rosensäle)
Beginn: Siehe aktuelle Ankündigung.Das Zeitgeschichtliche Kolloquium wird von Prof. Dr. Norbert Frei, Prof. Dr. Volkhard Knigge, Prof. Dr. Thomas Kroll, Prof. Dr. Lutz Niethammer und Prof. Dr. Joachim von Puttkamer gemeinsam veranstaltet. Vorgestellt und diskutiert werden vor allem Forschungsentwürfe, laufende Untersuchungen und jüngst abgeschlossene Qualifikationsarbeiten zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zur regelmäßigen Teilnahme eingeladen und aufgefordert sind insbesondere die Doktoranden, Mitarbeiter und fortgeschrittenen Studierenden der Veranstalter. Willkommen sind alle Angehörigen des Historischen Instituts und der Universität.
Sommersemester 2009:
Vorlesung: Von Mussolini bis Berlusconi. Italien im 20. Jahrhundert
Zeit: Fr 10-12 Uhr
Ort: UHG, HS 144
Beginn:Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Politik-, Sozial- und Ideengeschichte Italiens seit dem Ende des Ersten Weltkriegs. In einem ersten Teil wird die Vorlesung das faschistische Italien unter Mussolini (1922-1945) behandeln, ferner die Etappen der Entwicklung der Italienischen Republik seit 1945 nachvollziehen (Italien im Kalten Krieg, das italienische Wirtschaftswunder, die Revolte von 1968, den Terrorismus sowie die Krise der 1970/80er Jahre) und schließlich auch die Wandlungsprozesse der jüngsten Zeitgeschichte sowie die Regierungen unter Berlusconi seit den 1990er Jahren in den Blick nehmen.
Literatur:
Aufbaumodul Westeuropäische Geschichte :
Vorlesung: Von Mussolini bis Berlusconi. Italien im 20. Jahrhundert (Siehe oben)
Seminar:Faschismus in Italien und Deutschland (1922-1945)(zugleich Fachmodul Neuere Geschichte I oder II)
Zeit: Do, 14-16 Uhr
Ort: wird noch bekannt gegeben
Beginn:Das Seminar wird zentrale Aspekte der Entwicklung der faschistischen Bewegung und des Herrschaftssystem unter Mussolini in Italien untersuchen und Deutschland in vergleichender Perspektive einbeziehen. Ferner steht die Frage der Wechselbeziehungen und gegenseitigen Beeinflussungen der faschistischen Bewegungen in Italien und Deutschland im Zentrum der Veranstaltung. Schließlich dient das Seminar auch der vertieften Einübung der fundamentalen Methoden und Arbeitstechniken der Geschichtswissenschaften.
Ankündigung für das Wintersemester 2009/2010:
Vorlesung: Die Geschichte des europäischen Kolonialismus (1880-1960)
Zeit: Fr, 10-12
Ort:
Beginn: 30. Oktober 2009
Die Vorlesung zeichnet die Grundzüge der Geschichte der europäischen Expansion in Übersee und die Etablierung der Kolonialherrschaft der europäischen Mächte seit Mitte des 19. Jahrhunderts nach. Der Kolonialismus stellte ein komplexes globales Netz von transkontinentalen Herrschaftsbeziehungen dar. Dementsprechend werden zunächst die Ziele der europäischen Kolonialpolitik untersucht und die politischen, ökonomischen sowie kulturellen Rückwirkungen des Kolonialismus auf die europäischen Gesellschaften diskutiert. Von zentraler Bedeutung werden jedoch auch die Formen und Folgen europäischer Herrschaft in den Kolonien selbst sein (namentlich in Afrika und Asien). Die Vorlesung wird sich auf die Epoche des kolonialen „Imperialismus“ von 1880 bis 1940 konzentrieren und besonderes Augenmerk auf die westeuropäischen Kolonialmächten Großbritannien, Frankreich, Belgien sowie Deutschland und deren Imperien lenken. Schließlich wird auch die Dekolonisation behandelt, da diese eine wichtige Voraussetzung für den Prozess der Globalisierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts darstellt.
Literatur:
Aufbaumodul Westeuropäische Geschichte :
Vorlesung: Die Geschichte des europäischen Kolonialismus (1880-1960) (Siehe oben)
Seminar:Der deutsche Kolonialismus (1884-1918)
(zugleich Fachmodul Neuere Geschichte I oder II)
Zeit: Do, 14-16 Uhr
Ort:
Beginn: 29. Oktober 2009
Das Seminar bietet eine Einführung in die Kolonialgeschichte des Deutschen Kaiserreichs. In diesem Zusammenhang werden die Kolonialagitation im Kaiserreich und der Aufbau des deutschen Kolonialreiches seit Anfang der 1880er Jahre diskutiert. Darüber hinaus sollen die Formen und Strukturen der deutsche Kolonialherrschaft in Übersee und ihre Auswirkungen auf die unterworfene Bevölkerung in den Blick genommen (Verwaltung, Ausbeutung, Rassismus, Kolonialkriege usw.). Eine besondere Aufmerksamkeit wird zudem der Rolle der Kirchen und der Kolonialmission für die Etablierung der Kolonialherrschaft geschenkt. Um die Besonderheiten des deutschen Kolonialismus herauszuarbeiten, wird sich das Seminar die Kolonialreiche Großbritanniens und Frankreichs vergleichend einbeziehen.